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Meine Erfahrung mit ClamFlights: Entschädigung für Flugverspätung

Meine Erfahrungen mit ClaimFlights (Lufthansa LH728)

Verspätung oder komplett ausfallende Flüge sind immer ein großer Ärgernis für Reisende. Zum Glück sind die Fluggastrechte in Europa bzw. der EU mittlerweile deutlich besser geworden als noch vor einigen Jahren.

Nachdem ich euch bereits meine Anekdoten rund ums Fliegen in China erzählt habe, will ich euch hier einen Überblick über eure Rechte als Fluggast in der EU geben, zeigen welche Anbieter es gibt und welche Erfahrungen ich mit dem Anbieter ClamFlights (Affiliate-Link) gemacht habe.

1. Aktuelle Rechtslage in Deutschland

Die ganz grobe Entschädigungs-Regelung für Verspätungen lautet wie folgt (Stand: 2017):

  • Verspätung über 2 Stunden bei einer Flugstrecke kürzer als 1500 km = 250 Euro
  • Verspätung über 3 Stunden bei Flugstrecken zwischen 1500 und 3500 km = 400 Euro
  • Verspätung über 4 Stunden bei Flugstrecken größer als 3500 km = 600 Euro

Diese Summen gelten auch für alle Annullierung und Nichtbeförderung (z.B. wegen Überbuchung), diese galten auch schon vor 2009. Außerdem hat man natürlich Recht auf diverse weitere Leistungen wie Erstattung des Ticketpreises, kostenlosen Rückflug zum Abflugort, anderweitige Beförderung zum Zielort kostenlose Versorgung und eine Hotelübernachtung.

Oftmals werden Flüge am späten Nachmittag annulliert und dann am frühen Morgen „nachgeholt“, auch dann erhält man die Entschädigung (auch wenn es sich wie eine Verspätung anfühlt).

Darüber hinaus kann man natürlich jegliche Schadensersatzansprüche geltend machen, die durch die Probleme entstehen. Mehr dazu und alle übrigen Details findet ihr bei Wikipedia.

2. Aktuelle Rechtslage in China

Die Regelungen in China sind etwas anders als bei uns – mit deutlich geringeren Entschädigungen.

Die meisten Airlines zahlen folgende Entschädigungen:

  • Verspätung über 4 Stunden = 200 RMB (ca. 30 Euro)
  • Verspätung über 8 Stunden = 400 RMB (ca. 60 Euro)
  • Zusätzlich gibt es immer kostenlose Verpflegung und Unterkunft (falls benötigt)

Allerdings wird die Entschädigung nur bei folgenden Gründen ausgezahlt:

  • Reparatur (Maintenance)
  • Flugplanänderung (Flight reallocation)
  • Fehler der Crew

China Eastern zahlt wohl auch bei anderen Gründen („commercial activities“) die oben genannten Summen, aber Billig-Airlines wie Urumqi Air, China United Airlines und Spring Airlines zahlen dagegen keinerlei Entschädigung!

3. Früher oder später trifft es jeden

Ich bin nun im Laufe meines Lebens schon einige Male geflogen und hab dabei auch schon so ziemlich alles durchgemacht:

  • einfache Verspätung
  • Verspätung mit Übernachtung im Hotel
  • Abflug an einem komplett andern Flughafen (Pisa statt Bologna, ca. 250km, danke nochmal nachträglich, RyanAir 🙁 )

Für die RyanAir-Geschichte im Jahre 2006 habe ich keinerlei Entschädigung erhalten – und musste sogar noch auf eigene Kosten von Bologna Forli nach Pisa reisen und landete später in Deutschland in Karlsruhe (Baden-Baden) statt in Frankfurt/Hahn, was ebenfalls höhere Kosten nach sich zog, weil es keinen Shuttle-Bus von dort nach Darmstadt gab (und vermutlich immer noch nicht gibt).

Aber nach der aktuellen Rechtslage hätte ich hier immerhin 250 Euro bekommen!

Da ich speziell in 2015/2016 relativ viel geflogen bin, hat es mich sogar mehrfach erwischt:

  • ca. 10x Verspätung von 30 bis 60 Minuten (ganz normal in China, weil das Militär den gesamten Luftraum kontrolliert)
  • 2x Verspätung von 4 Stunden
  • Verspätung/Annullierung mit Übernachtung im Hotel in China
  • Das war im Oktober auf dem Rückflug von Beijing nach Shanghai mit China Southern. Hier fiel der Flug am späten Nachmittag (ca. 18:30 Uhr) aus und wir wurden zunächst in ein Hotel nahe des Flughafens gebracht, um „uns ein wenig ausruhen zu können“, ohne dass konkret gesagt wurde, wann der Flieger abheben wird. Am nächsten Morgen stand ich in weiser Voraussicht gegen 7:30 Uhr auf und duschte kurze Zeit später. Kaum kam ich aus der Dusche, klingelte es an der Tür, dass der Flieger bald starten wird (tatsächlich hob er kurz nach 10 Uhr ab).
    Hierfür gab es natürlich keine weitere Entschädigung, da der Grund für die Verspätung lediglich der übliche Verkehr war, also keiner der oben genannten Gründen vorlag. Ich meine, es regnete an dem Tag, was traditionell zu höheren Verspätungen in China führt (neben den generell schon üblichen 30 Minuten).

  • Verspätung/Annullierung mit Übernachtung im Hotel in Deutschland
  • Im August war mir bereits das Gleiche in Deutschland passiert: Der Flieger von Frankfurt nach Shanghai mit der Lufthansa (LH728) konnte ebenfalls nicht wie geplant am späten Nachmittag abheben (ca. 17:30), sondern erst am frühen Morgen darauf. Auch hier verbrachte ich die Nacht in einem Hotel direkt neben dem Flughafen, zum Glück nur 5 Minuten Fußweg von einem bekannten Ort für Planespotting entfernt (am Luftbrückendenkmal). Die Lufthansa nannte uns zunächst keinen konkrete Grund für die Verspätung (offiziell war es dann eine Annullierung), aber es schien ein technisches Problem zu sein, denn der Flieger stand schon am Terminal.

Zu diesem Zeitpunkt war ich mir schon ziemlich sicher, dass ich von der Lufthansa eine Entschädigung erhalten würde…

Planespotting in Frankfurt (FFM)

Trotz der schönen Aussicht war ich natürlich verärgert, dass ich quasi einen Tag vergeudet hatte und deutlich später in Shanghai ankommen würde. Eigentlich hatte ich nämlich nach meiner Ankunft in Shanghai einen freien Nachmittag eingeplant, aber so musste ich sozusagen direkt aus dem Flieger zur Arbeit (natürlich war ich zunächst zu Hause, habe geduscht und bin gegen Mittag im Büro eingetroffen).

Als wir kurz vor dem Start dann endlich im Flieger waren, meldete sich der Kapitän und nannte uns endlich den Grund der Annullierung: Der A380 hatte wohl zuvor einen hohen Öl-Verbrauch und um auf Nummer sicher zu gehen, wurde er daher einem Check unterzogen. Dabei wurde ein defekte Dichtung gefunden und repariert. Gott sei Dank!

Sicherheitshalber habe ich die Ansage des Kapitäns mit meinem Smartphone aufgenommen – als Beweismittel. Denn damit liegt der Grund für die Flugverspätung ganz eindeutig auf Seiten der Lufthansa:

Nach meiner Rückkehr nach Shanghai war ich erst mal zu beschäftigt, eine neue Wohnung zu suchen, so dass ich das Thema zunächst nicht weiterverfolgte.

4. Anbieter-Überblick

Doch ich wusste, dass es verschiedene Dienstleister gibt, die einem dabei helfen, seine Rechte auf Entschädigung durchzusetzen (in Europa). Eine sehr gute Übersicht der größten Anbieter findet man bei Vergleich.org.

Grundsätzlich haben alle Anbieter dieselben Vor- und Nachteile:
– Auf der einen Seite muss man einen Teil der Entschädigung an den Dienstleister abgeben
+ auf der anderen Seite sind die Erfolgsaussichten deutlich höher (dank Spezialisten und deren Erfahrung)
+ und man spart sich jede Menge Zeit und evtl. Ärger.

5. Meine Erfahrung mit ClaimFlights

Nach einige Recherche hatte ich mich also für ClaimFlights (Affiliate-Link) entschieden und füllte das Online-Formular aus. Knapp 6 Wochen später hatte ich das Geld auf meinem Konto (den erwarteten Betrag)!

Hier ein Screenshot vom Geldeingang:
Meine Erfahrung mit ClaimFlights

Mein Zeitaufwand im Detail:

  1. Recherche und Vergleich der verschiedenen Anbieter (inkl. Lesen von einigen Seiten Kleingedrucktem) = 2-4h
  2. 19.10.2016: Online-Formular ausfüllen = 0,25h (15 Minuten)
  3. 20.10.2016: Lufthansa-Forderungsabtretung unterschreiben und als PDF verschicken = 0,25h
  4. 20.10.2016: Start der Verhandlungen von ClaimFlights mit der Lufthansa
  5. 23.11.2016: Bestätigung der Auszahlung einer Entschädigung durch die Lufthansa
  6. 26.11.2016: Lufthansa überweist Geld an ClaimFlight
  7. 29.11.2016: Geldeingang auf meinem Konto prüfen = 0,25h (15 Minuten)

Insgesamt war ich nicht länger als 5 Stunden beschäftigt – was aber auch schon recht viel war, da ich bereits im Hinterkopf hatte, einen Blogbeitrag darüber zu schreiben. Ohne diesen Hintergedanken hätte ich auch mit 1-2 Stunden auskommen können.

Ich vermute übrigens auch, dass die Lufthansa relativ gut organisiert ist und im Gegensatz zu anderen Airlines solche Themen schnell abhaken möchte und daher zügig bezahlt hat. Wie das genau bei anderen Airlines läuft, kann ich daher nicht beurteilen.

Auf Basis meiner Erfahrung kann ich aber ClaimFlights (Affiliate-Link) sehr gut empfehlen – vor allem, wenn man bedenkt, wie viel Arbeitsaufwand und Papierkram man sich spart, weil man nicht selbst mit der Airline in Kontakt treten muss.

Neben den beiden größten und offensichtlichen Vorteilen, haben mir folgende Dinge an ClaimFlights sehr gut gefallen:

  • Website sehr leicht zu bedienen
  • Persönlicher Ansprechpartner
  • Bestens informiert über die kommende Schritte

Alles in Allem war es ein reibungsloser Prozess von Anfang bis Ende, so soll es sein 🙂

Hier könnt ihr euch ein Online-Tutorial zu ClaimFlights anschauen:

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Anbietern wie ClaimFlights gemacht?

Und was war die größte Verspätung oder Panne, die ihr beim Fliegen erlebt habt?

Du weißt, du bist WIRKLICH IMMER NOCH VIEL ZU LANGE in China, wenn…

Zum Abriss bereite Häuser werden zunächst wieder zubetoniert (damit niemand diese weiter illegal nutzt)
…Häuser und Mauern eingerissen werden und dann aus den Resten eine neue Mauer errichtet wird, um die gesamte Baustelle zu sichern.
…Hauseingänge und Geschäfte vor dem Abriss zunächst zugemauert werden.

…die (lokale) Regierung dir vorschreibt, bei welcher Bank du ein Konto haben musst (für deine Gehaltseingänge).

…dein Arbeitgeber dir vorschreibt, bei welcher Bank du NOCH ein Konto haben musst für alle anderen Überweisungen (z.B. Fahrtkosten-/Wohnungs-Zuschuss oder irgendwelche Boni).

…du einer Chinesin, die vor dir an der Supemarkt-Kasse steht, zeigen musst, wie man mit der AliPay-App bezahlt, damit du endlich drankommst.

…deine Chefin ihren Hund im Büro lässt, als wäre es eine Hunde-Hotel, während sie zum Abendessen geht.

…derselbe Hund morgens ohne die Chefin ins Büro spaziert (ok, sie wohnt nicht weit vom Büro entfernt und ihr Mann bringt ihn bis zum Aufzug, der direkt vor der Bürotür ist).

…du an einem Tag beinahe 20 SMS mit tollen Angeboten von diversen Online-Shops geschickt bekommst (am Tag des größten Online-Shopping-Events: 11.11.).

…du aber schon vor langer Zeit die Benachrichtigungen für SMS stumm gestellt hast, weil sowieso per SMS meist nur Spam geschickt wird und es daher erst viel später durch Zufall siehst.

…selbst 6 bis 7-jährige Kinder bereits ein 6 Zoll großes Smartphone besitzen.

…selbst 3-jährige Kinder schon mit einem 6 Zoll großem Smartphone umgehen können und genau wie die Eltern bereits eine Brille benötigen.

…deine Arbeitskollegin eine Wohnung kaufen will, aber dafür erst mal ein Los kaufen muss (500 Wohnungen für 1.000 Kaufinteressenten).

…die neue Wohnung der Arbeitskollegin erst in 1-2 Jahren fertiggestellt sein wird, aber schon anbezahlt werden muss.

Alle vorherigen Episoden dieser Serie in chronologischer Reihenfolge:

Mein Beitrag zur Immobilien-Blase in China

Meine zweite Wohnung in Shanghai
Ich weiß jetzt aus erster Hand, wie die Immobilienblase in China entsteht:

  • Meine Wohnung kostet 5.600 RMB, was schon verdammt viel für 1ZKB auf 40-45qm ist, dafür ist die Lage sehr gut (genau in der Mitte des Jingan-Viertels). Andeere Wohnungen innerhalb meines Compounds kosten teilweise nur 3.500 RMB
  • Mein Vermieter will die Miete auf 5.800 RMB erhöhen, nachdem ich etwas mehr als 6 Monate dort gewohnt habe. Eigentlich wollte er damals schon 5.800 RMB haben.
  • Also stelle ich die Wohnung für 6.000 RMB bei verschiedenen Immobilien-Webseiten ein (fang.com oder 58.com), um etwas Verhandlungsspielraum zu haben.
  • Daraufhin melden Sie ausschließlich Makler bei mir, die die Wohnung dann für 6.200 RMB über ihr Netzwerk anbieten (u.a. WeChat). Dafür erhalten sie dann später (bei Erfolg) ihre 35% Provision von mir – je höher die Miete, desto höher die Provision, logischerweise.

Hier ein Screenshot meiner Anzeige (bei fang.com):
Screenshot meine Wohnungsanzeige in Shanghai


Hier der Screenshot vom WeChat-Account eines Maklers:

Mein Beitrag zur Immobilien-Blase in China

Warum ist das so?
Es scheint, als würden Privatpersonen keine Zeit oder Lust zu haben, sich selbst auf die Suche zu begeben – was natürlich auch der extremen Masse an Angeboten geschuldet ist (in einer Stadt wie Shanghai gibt es jeden Monat vermutlich mehr freie Wohnungen als in ganz Hessen zusammen)…

Ich kann das absolut nachvollziehen und aus eigener Erfahrung bestätigen, dass es deutlich bequemer ist, sich von einem (oder mehreren Maklern) verschiedene Wohnungen zeigen zu lassen, ohne dass man selbst groß suchen oder gar mit den Vermietern telefonieren und Termine organisieren muss.

Meistens kann man sich an einem Tag mehrere Wohnungen in der gleichen Gegend anschauen, da die Makler extrem lokal agieren: Sie sitzen mit ihrem Büro direkt vor den Compounds und kümmern sich fast ausschließlich um die Wohnungen innerhalb des einen Compounds (manchmal auch um mehrere nebeneinander liegende).

Allerdings zahlt man als Suchender dann ebenfalls eine Provision von 30-35%.

Ps.: Ja, meine Bilder sind auch nicht viel besser als die der Chinesen, über die ich schon abgelästert habe.