1. Station meiner Reise: Der Wasserfall

Am zweiten Tag meines Aufenthalts in Dengfeng wollte ich dann nach dem Shaolin Tempel einen Wasserfall besichtigen, auch wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht sehr vielversprechend und einladend waren. Neben dem Wasserfall (卢崖瀑布 = Luyapubu) gab es noch eine besondere Felsspalte (一线天 = yixiantian) zu besichtigen.

Lecker Frühstück: chinesischer DönerNachdem ich mir frisches Geld besorgt hatte und auf dem Weg zur Bushaltestelle noch ein leckeres Frühstück geholt hatte (eine Art Brötchen mit Fleisch und Salat gefüllt, lecker gewürzt, ähnlich wie ein Döner), ging der Ausflug richtig los. Erstmal per Bus zur Zugangstrasse, von da aus nahm mich dann ein chinesischer Kurierfahrer (er fuhr Obst aus) bis zum Eingang des Berges mit. Dort musste man dann eine Eintrittskarte kaufen, ohne die man nicht zum Berg kommt. Nach einigem hin und her hatte ich dann endlich das richtige Ticket. Zunächst hatte ich eines, mit dem ich auf einer Kunstschnee-Strecke hätte Ski fahren können, was ich aber nicht wollte.

Der Weg zum Wasserfall bedeutete wieder Treppen steigen bis zum „geht nicht mehr“. Doch überraschenderweise hatte ich diesen schon nach ca. 45 Minuten erreicht und wenige Minuten später dann die Felsspalte. Insgesamt war der Wasserfall nicht sehr groß und großenteils war das Wasser auch gefroren, doch es gab viele interessante Stellen mit den unterschiedlichsten Steinformationen. Die Felsspalte ist deshalb interessant, da sie nach oben offen ist, d.h. man sieht den Himmel. Daher auch der Name…

Der Luya-Wasserfall Der Luya-Wasserfall Die Himmels-Linie (一线天)

Von dort aus beschloss ich dann, die volle Tour zu machen und weiterzugehen, da ich nicht den gleichen Weg zurück gehen wollte, was langweilig gewesen wäre, außerdem hatte ich ja noch genügend Zeit (ich startete gegen 11 Uhr und war dort gegen 12:30 Uhr). Doch der Aufstieg zum Junji Peak zog sich sich endlos hin und war sehr anstrengend. Nach etwa 2,5 Stunden hatte ich mein ganzes Essen aufgegessen (ok, das waren auch nur eine Banane und einige Mandarinen), doch ich hatte ein sehr gutes Frühstück (außer dem Fleisch-Brötchen hatte ich bereits eine Banane und mehrere Mandarinen gegessen). Auch mein Tee war bald komplett leer getrunken, so dass ich mich in der Hoffnung auf einen Essens-Stand nach oben schleppte. Und tatsächlich, kurz vor dem Gipfel gab es in einer kleinen Siedlung eine Familie, die Instant-Nudeln und andere Lebensmittel verkaufte. Also haute ich mir den Magen mit Nudeln voll und bekam obendrein noch selbst gemachte Jiaozi der Familie zu essen (welche aber nicht so gut waren).

Chinesische Familie auf dem Berg Kleines Dorf unterhalb des Gipfels

Frisch gestärkt und mit neuem Proviant (eine Flasche Wasser und Cola) ging’s dann endlich auf die Bergspitze. Die Aussicht von dort aus war leider aber auf nicht so gut, da die Luft wieder etwas neblig (oder verpestet) war. Wie auch schon in Hangzhou trübte das das Erlebnis ein wenig, doch trotzdem war es interessant, z.b. zu sehen, wie die Chinesen so den Berg besteigen und so weiter. Schon nach kurzer Zeit machte ich mich dann auf den Weg nach Hause ins Hostel, wobei ich beinahe die richtige (bzw. von mir bevorzugte Abzweigung) verpasst hätte. Ich fotografierte gerade einen Tempel (oder etwas ähnliches), als drei Chinesen an mir vorbei liefen und auf einem Stein etwas lasen und daraufhin rechts abbogen und hinter dem Tempel verschwanden. Also studierte ich die Inschrift des Steins und bemerkte, dass das auch meine Abzweigung war.

Der Berg-Gipfel (Junji Peak) Tempel-Bewohner telefoniert auf dem Gipfel Vereiste Treppen am Berg

Der Abstieg ging dann erst mal wieder nur über Treppen, und das für bestimmt eine Stunde. Zwischendurch wurde ich von einem leichtfüßigen Tempelbewohner (wahrscheinlich ein Schüler) überholt, der die Stufen einfach herunter tänzelte und auch mehrere gleichzeitig nahm. Ich glaube, er war nur auf der Bergspitze, um telefonieren zu können, teilweise hatte ich während des Anstiegs keinen Empfang, auf der Bergspitze dagegen schon. Irgendwann kam ich dann an ein weiteren Tempel vorbei, doch dieser lag etwas weiter weg und hatte auch schon geschlossen. So konnte ich nur wenige Fotos von weiter weg schießen. Auf den letzten Metern Richtung Dengfeng konnte ich dann von noch weiter weg eine der ältesten Pagoden sehen (嵩阳寺塔 = Song Yang Sita).

Da es schon langsam dunkel wurde und die Pagode zu weit weg war, konnte ich nur wenig sehen und wenige Bilder machen. Das war aber auch nicht weiter tragisch… Von dort aus benötigte ich dann noch etwa 30 Minuten zurück und Hostel und war froh, endlich duschen zu können und mich ein wenig auszuruhen!! Knapp 6 Stunden wandern und Treppen steigen war genug…

Am nächsten Morgen flog ich dann von Zhengzhou mit Joy Air weiter nach Xi’an. Diese Airline verfügt aktuell über ganze 7 Flugzeuge, die allesamt in China hergestellt wurden und ca. 50 bis 60 Passagiere transportieren können! Im Flugzeug roch man das Kerosin und die Triebwerke waren höllisch laut. Dafür hatte ich extrem viel Beinfreiheit…


 

2 Gedanken zu „1. Station meiner Reise: Der Wasserfall

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.