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Meine Erfahrung mit ClamFlights: Entschädigung für Flugverspätung

Meine Erfahrungen mit ClaimFlights (Lufthansa LH728)

Verspätung oder komplett ausfallende Flüge sind immer ein großer Ärgernis für Reisende. Zum Glück sind die Fluggastrechte in Europa bzw. der EU mittlerweile deutlich besser geworden als noch vor einigen Jahren.

Nachdem ich euch bereits meine Anekdoten rund ums Fliegen in China erzählt habe, will ich euch hier einen Überblick über eure Rechte als Fluggast in der EU geben, zeigen welche Anbieter es gibt und welche Erfahrungen ich mit dem Anbieter ClamFlights (Affiliate-Link) gemacht habe.

1. Aktuelle Rechtslage in Deutschland

Die ganz grobe Entschädigungs-Regelung für Verspätungen lautet wie folgt (Stand: 2017):

  • Verspätung über 2 Stunden bei einer Flugstrecke kürzer als 1500 km = 250 Euro
  • Verspätung über 3 Stunden bei Flugstrecken zwischen 1500 und 3500 km = 400 Euro
  • Verspätung über 4 Stunden bei Flugstrecken größer als 3500 km = 600 Euro

Diese Summen gelten auch für alle Annullierung und Nichtbeförderung (z.B. wegen Überbuchung), diese galten auch schon vor 2009. Außerdem hat man natürlich Recht auf diverse weitere Leistungen wie Erstattung des Ticketpreises, kostenlosen Rückflug zum Abflugort, anderweitige Beförderung zum Zielort kostenlose Versorgung und eine Hotelübernachtung.

Oftmals werden Flüge am späten Nachmittag annulliert und dann am frühen Morgen „nachgeholt“, auch dann erhält man die Entschädigung (auch wenn es sich wie eine Verspätung anfühlt).

Darüber hinaus kann man natürlich jegliche Schadensersatzansprüche geltend machen, die durch die Probleme entstehen. Mehr dazu und alle übrigen Details findet ihr bei Wikipedia.

2. Aktuelle Rechtslage in China

Die Regelungen in China sind etwas anders als bei uns – mit deutlich geringeren Entschädigungen.

Die meisten Airlines zahlen folgende Entschädigungen:

  • Verspätung über 4 Stunden = 200 RMB (ca. 30 Euro)
  • Verspätung über 8 Stunden = 400 RMB (ca. 60 Euro)
  • Zusätzlich gibt es immer kostenlose Verpflegung und Unterkunft (falls benötigt)

Allerdings wird die Entschädigung nur bei folgenden Gründen ausgezahlt:

  • Reparatur (Maintenance)
  • Flugplanänderung (Flight reallocation)
  • Fehler der Crew

China Eastern zahlt wohl auch bei anderen Gründen („commercial activities“) die oben genannten Summen, aber Billig-Airlines wie Urumqi Air, China United Airlines und Spring Airlines zahlen dagegen keinerlei Entschädigung!

3. Früher oder später trifft es jeden

Ich bin nun im Laufe meines Lebens schon einige Male geflogen und hab dabei auch schon so ziemlich alles durchgemacht:

  • einfache Verspätung
  • Verspätung mit Übernachtung im Hotel
  • Abflug an einem komplett andern Flughafen (Pisa statt Bologna, ca. 250km, danke nochmal nachträglich, RyanAir 🙁 )

Für die RyanAir-Geschichte im Jahre 2006 habe ich keinerlei Entschädigung erhalten – und musste sogar noch auf eigene Kosten von Bologna Forli nach Pisa reisen und landete später in Deutschland in Karlsruhe (Baden-Baden) statt in Frankfurt/Hahn, was ebenfalls höhere Kosten nach sich zog, weil es keinen Shuttle-Bus von dort nach Darmstadt gab (und vermutlich immer noch nicht gibt).

Aber nach der aktuellen Rechtslage hätte ich hier immerhin 250 Euro bekommen!

Da ich speziell in 2015/2016 relativ viel geflogen bin, hat es mich sogar mehrfach erwischt:

  • ca. 10x Verspätung von 30 bis 60 Minuten (ganz normal in China, weil das Militär den gesamten Luftraum kontrolliert)
  • 2x Verspätung von 4 Stunden
  • Verspätung/Annullierung mit Übernachtung im Hotel in China
  • Das war im Oktober auf dem Rückflug von Beijing nach Shanghai mit China Southern. Hier fiel der Flug am späten Nachmittag (ca. 18:30 Uhr) aus und wir wurden zunächst in ein Hotel nahe des Flughafens gebracht, um „uns ein wenig ausruhen zu können“, ohne dass konkret gesagt wurde, wann der Flieger abheben wird. Am nächsten Morgen stand ich in weiser Voraussicht gegen 7:30 Uhr auf und duschte kurze Zeit später. Kaum kam ich aus der Dusche, klingelte es an der Tür, dass der Flieger bald starten wird (tatsächlich hob er kurz nach 10 Uhr ab).
    Hierfür gab es natürlich keine weitere Entschädigung, da der Grund für die Verspätung lediglich der übliche Verkehr war, also keiner der oben genannten Gründen vorlag. Ich meine, es regnete an dem Tag, was traditionell zu höheren Verspätungen in China führt (neben den generell schon üblichen 30 Minuten).

  • Verspätung/Annullierung mit Übernachtung im Hotel in Deutschland
  • Im August war mir bereits das Gleiche in Deutschland passiert: Der Flieger von Frankfurt nach Shanghai mit der Lufthansa (LH728) konnte ebenfalls nicht wie geplant am späten Nachmittag abheben (ca. 17:30), sondern erst am frühen Morgen darauf. Auch hier verbrachte ich die Nacht in einem Hotel direkt neben dem Flughafen, zum Glück nur 5 Minuten Fußweg von einem bekannten Ort für Planespotting entfernt (am Luftbrückendenkmal). Die Lufthansa nannte uns zunächst keinen konkrete Grund für die Verspätung (offiziell war es dann eine Annullierung), aber es schien ein technisches Problem zu sein, denn der Flieger stand schon am Terminal.

Zu diesem Zeitpunkt war ich mir schon ziemlich sicher, dass ich von der Lufthansa eine Entschädigung erhalten würde…

Planespotting in Frankfurt (FFM)

Trotz der schönen Aussicht war ich natürlich verärgert, dass ich quasi einen Tag vergeudet hatte und deutlich später in Shanghai ankommen würde. Eigentlich hatte ich nämlich nach meiner Ankunft in Shanghai einen freien Nachmittag eingeplant, aber so musste ich sozusagen direkt aus dem Flieger zur Arbeit (natürlich war ich zunächst zu Hause, habe geduscht und bin gegen Mittag im Büro eingetroffen).

Als wir kurz vor dem Start dann endlich im Flieger waren, meldete sich der Kapitän und nannte uns endlich den Grund der Annullierung: Der A380 hatte wohl zuvor einen hohen Öl-Verbrauch und um auf Nummer sicher zu gehen, wurde er daher einem Check unterzogen. Dabei wurde ein defekte Dichtung gefunden und repariert. Gott sei Dank!

Sicherheitshalber habe ich die Ansage des Kapitäns mit meinem Smartphone aufgenommen – als Beweismittel. Denn damit liegt der Grund für die Flugverspätung ganz eindeutig auf Seiten der Lufthansa:

Nach meiner Rückkehr nach Shanghai war ich erst mal zu beschäftigt, eine neue Wohnung zu suchen, so dass ich das Thema zunächst nicht weiterverfolgte.

4. Anbieter-Überblick

Doch ich wusste, dass es verschiedene Dienstleister gibt, die einem dabei helfen, seine Rechte auf Entschädigung durchzusetzen (in Europa). Eine sehr gute Übersicht der größten Anbieter findet man bei Vergleich.org.

Grundsätzlich haben alle Anbieter dieselben Vor- und Nachteile:
– Auf der einen Seite muss man einen Teil der Entschädigung an den Dienstleister abgeben
+ auf der anderen Seite sind die Erfolgsaussichten deutlich höher (dank Spezialisten und deren Erfahrung)
+ und man spart sich jede Menge Zeit und evtl. Ärger.

5. Meine Erfahrung mit ClaimFlights

Nach einige Recherche hatte ich mich also für ClaimFlights (Affiliate-Link) entschieden und füllte das Online-Formular aus. Knapp 6 Wochen später hatte ich das Geld auf meinem Konto (den erwarteten Betrag)!

Hier ein Screenshot vom Geldeingang:
Meine Erfahrung mit ClaimFlights

Mein Zeitaufwand im Detail:

  1. Recherche und Vergleich der verschiedenen Anbieter (inkl. Lesen von einigen Seiten Kleingedrucktem) = 2-4h
  2. 19.10.2016: Online-Formular ausfüllen = 0,25h (15 Minuten)
  3. 20.10.2016: Lufthansa-Forderungsabtretung unterschreiben und als PDF verschicken = 0,25h
  4. 20.10.2016: Start der Verhandlungen von ClaimFlights mit der Lufthansa
  5. 23.11.2016: Bestätigung der Auszahlung einer Entschädigung durch die Lufthansa
  6. 26.11.2016: Lufthansa überweist Geld an ClaimFlight
  7. 29.11.2016: Geldeingang auf meinem Konto prüfen = 0,25h (15 Minuten)

Insgesamt war ich nicht länger als 5 Stunden beschäftigt – was aber auch schon recht viel war, da ich bereits im Hinterkopf hatte, einen Blogbeitrag darüber zu schreiben. Ohne diesen Hintergedanken hätte ich auch mit 1-2 Stunden auskommen können.

Ich vermute übrigens auch, dass die Lufthansa relativ gut organisiert ist und im Gegensatz zu anderen Airlines solche Themen schnell abhaken möchte und daher zügig bezahlt hat. Wie das genau bei anderen Airlines läuft, kann ich daher nicht beurteilen.

Auf Basis meiner Erfahrung kann ich aber ClaimFlights (Affiliate-Link) sehr gut empfehlen – vor allem, wenn man bedenkt, wie viel Arbeitsaufwand und Papierkram man sich spart, weil man nicht selbst mit der Airline in Kontakt treten muss.

Neben den beiden größten und offensichtlichen Vorteilen, haben mir folgende Dinge an ClaimFlights sehr gut gefallen:

  • Website sehr leicht zu bedienen
  • Persönlicher Ansprechpartner
  • Bestens informiert über die kommende Schritte

Alles in Allem war es ein reibungsloser Prozess von Anfang bis Ende, so soll es sein 🙂

Hier könnt ihr euch ein Online-Tutorial zu ClaimFlights anschauen:

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Anbietern wie ClaimFlights gemacht?

Und was war die größte Verspätung oder Panne, die ihr beim Fliegen erlebt habt?

Meine Erfahrungen und Anekdoten rund ums Fliegen in China

Beautiful Sichuan Livery by byeangel under SA

Da ich in der Vergangenheit bereits einige Male in China geflogen bin und in den letzten beiden Jahren auch beruflich oft im Flieger saß, will ich euch ein paar Erlebnisse und Anekdoten erzählen.

Hier ein Überblick, was euch in diesem Beitrag erwartet:

  • Flughäfen in Beijing und Shanghai
  • Allgemeine Bedingungen (am Flughafen und im Flugzeug, aktualisiert am 13.12.2016)
  • Verspätungen
  • Hotel-Übernachtungen
  • Am Ende verrate ich noch meine Lieblings-Airline 🙂

Flughäfen in Beijing und Shanghai

Shanghai Hongqiao Airport
Bei inner-chinesischen Flügen fliegt man meistens von dem älteren und deutlich kleinerem Hongqiao Airport ab. Dieser ist glücklicherweise deutlich näher am Stadtzentrum und von meiner Wohnung aus mit der Subway ca. 30 Minuten entfernt (+15 Minuten zur Station laufen). Der Airport in Pudong ist zeit-technisch etwa doppelt so weit entfernt (in km etwa das dreifache).

Bald drei Flughäfen in Beijing
In Beijing gibt es derzeit auch zwei Flughäfen, der dritte ist bereits in Planung für das Mega-Projekt Jing-Jin-Ji. Allerdings wird der kleinere Flughafen eigentlich kaum für die zivile Luftfahrt genutzt und befindet sich im Süden von Beijing und damit weit weg von meinem Stammkunden, der in Distrikt „Wangjing“ sitzt, welches keine 30 Minuten Taxifahrt vom Hauptflughafen entfernt ist. Als in einmal mit dem Zug aus Shanghai angereist bin und am Südbahnhof ankam, benötigte ich mehr als 1 Stunden zu meinem Kunden und der Flughafen ist noch ein Stück südlicher…

Allgemeine Bedingungen

Chinesen können ja bekanntlich immer und überall schlafen, man sollte sich also auf den ein oder anderen Schnarcher einstellen. Meist ist die Geräuschkulisse aber relativ normal, ähnlich wie in Europa. Ich bin trotzdem froh, dass ich mir richtig gute Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung (Affiliate-Link) gekauft habe, diese machen sich bereits in der Wartehalle bezahlt, dort ist es meisten am lautesten.

Hin und wieder ist bereits am frühen Morgen auch ein Knoblauch-Geruch zu riechen – nicht unbedingt jedermanns Sache. Beinfreiheit und Verpflegung variieren von Airline zu Airline, sind aber eher durchschnittlich im internationalen Vergleich.

Je nach Airline und eingesetztem Flugzeug-Typ gibt es auch sehr unterschiedliche Entertainment-Angebote. So hatte ich z.B. einmal mit Air China auf dem Hinflug nach Beijing gar keine individuelles Entertainment-System, dafür auf dem Rückflug (ebenfalls Air China) dann das modernste System mit unzähligen Filmen, Serien und sogar einem Chat innerhalb des Flugzeugs. Bei dem Chat konnte man sich nur in vordefinierten Chat-Räumen einloggen und mit anderen Passagieren austauschen – nicht direkt untereinander, was ich auch interessant gefunden hätte.

Die Strecke Shanghai < --> Beijing ist im Prinzip aber wie eine Busfahrt, daher spielen alle Faktoren nicht so eine große Rolle.

Update (13.12.2016):
Ein paar Punkte habe ich noch vergessen zu erwähnen, z.B. die Security-Kontrollen und andere Dinge, die an einem Flughafen noch so wichtig sind.

Im Grunde genommen sind alle Flughäfen weltweit ja sehr ähnlich und unterscheiden sich nur in Nuancen. Auch in China kann man z.B. bequem den Check-in per Automat erledigen (wenn man nur Handgepäck reist), selbst als Ausländer. Das Bodenpersonal spricht in der Regel mehr oder weniger gutes English, da gibt es eigentlich nie Verständigungsprobleme.

Auch die Security-Kontrollen sind nichts Besonderes: Flüssigkeiten über 100ml (1l insgesamt, wie in Europa) und Feuerzeuge müssen aussortiert werden, wobei sich an jedem Flughafen regelrechte Berge an Feuerzeugen ansammeln, als ob die Regel erst seit einem Tag gelten würde… Die so genannten „Nacktscanner“ habe ich auch noch nicht gesehen, in dieser Hinsicht ist da vieles noch recht oldschool. 🙂

Ansonsten kann man an den Gates auch immer sehr gut Shoppen (Luxus-Produkte, aber auch lokale Spezialitäten wie z.B. getrocknete Meerestiere in Qingdao) oder in Restaurants und Cafés den Magen voll- und die Zeit tot-schlagen.

Verspätungen und Hotel-Übernachtungen

Verspätungen an der Tagesordnung
In China sind Verspätungen relativ normal, insbesondere zwischen Beijing und Shanghai, und ganz besonders gegen Abend, da sich die Verspätungen über den Tag ansammeln und abends dann manchmal so extrem sind, dass teilweise auch Flüge gestrichen werden bzw. auf den nächsten Morgen verschoben werden. Die Gründe liegen meistens beim Wetter, dazu erzähle ich aber gleich mehr.

Auf unbestimmte Zeit im Hotel
Das ist mir im Oktober passiert, als ich mal wieder auf dem Rückweg von einer Geschäftsreise in Beijing nach Shanghai unterwegs war. Anfangs war noch nicht ganz klar, wann der Flieger tatsächlich abfliegen soll, aber trotzdem wurden alle Passagiere in ein Hotel in der Nähe des Flughafens gebracht, um sich ein wenig ausruhen zu können (das war die offizielle Ansage). Wir sollten dann per Telefon benachrichtig werden, sobald es eine neue Abflugzeit geben sollte. Kaum war ich eingeschlafen, klopfte es an der Tür und ich wurde gefragt, wann ich am nächsten Morgen fliegen würde. Als ich das mit „keine Ahnung“ beantwortet hatte und mich wieder ins Bett legte, konnte ich natürlich erst mal für 1-2 Stunden nicht mehr einschlafen… sh*t happens. Am nächsten Morgen kam ich gegen 8 Uhr gerade aus der Dusche, als es wieder an der Tür klopfte und mir mitgeteilt wurde, dass es nun gleich los geht. Abgeflogen bin ich dann gegen 10 Uhr und vom Flughafen direkt ins Büro – wobei die Taxifahrt beinahe genauso lange gedauert hat, wie der Flug, aber das ist eine andere Geschichte…

Einer meiner Kollegen hatte ein ähnliches Erlebnis in Shijiazhuang (400 km südlich von Beijing), wobei er sogar nachts gegen 2 Uhr aufgeweckt wurde, weil der Flieger dann gestartet ist.

Vor dem Einsteigen war noch alles in Ordnung

Militär-Übung
Es kann aber auch passieren, dass man bereits im Flieger sitzt und erst dann informiert wird, dass der Flug Verspätung hat. Das ist mir auf einer Geschäftsreise zu einem Workshop in Kuala Lumpur (Malaysia) widerfahren: Kaum hatten sich alle Passagiere gesetzt, kam die Durchsage, dass der Flug ca. 4 Stunden später starten wird – aufgrund einer Militär-Übung am Flughafen in Pudong. Das ist ebenfalls – leider – nicht unüblich. Auf dem Bild oben war die Welt noch in Ordnung 🙂

Dass es am Ende dann doch nur 3 Stunden waren, hat es aber auch nicht besser
gemacht. Meine Reisezeit hatte sich dadurch fast verdoppelt und ich kam Sonntags mitten in der Nacht im Hotel an (2 Uhr morgens) – der Workshop startete am Montagmorgen um 9 Uhr.

Übrigens ist Malaysia Airlines mittlerweile eine sehr gute Fluggesellschaft mit gutem Service, gutem Essen und gutem Entertainment-System und macht insgesamt einen sehr sicheren Eindruck.

4 Stunden verspätet wegen Schneefalls

Schneefall
Oder als ich im November 2015 aus Beijing ebenfalls an einem Sonntag wieder zurück nach Shanghai wollte und es morgens gegen 6 oder 7 Uhr anfing zu schneien. Mein Flug sollte gegen 11 Uhr starten. Dadurch, dass alle Maschinen enteist werden mussten, verzögerte sich der Flug nur um 4 Stunden, so dass ich insgesamt 6 Stunden im Flieger saß… hier war ich allerdings froh, dass ich nicht auf einen Zug umsteigen musste, das hätte mit allem Drum und Dran noch etwas länger gedauert.

World's best flight attendants, 2013 von Yahoo Finance Canada unter CC2.0

Meine Lieblings-Airline:
Hainan Airlines

Auf der Strecke von Shanghai nach Beijing gibt es ca. 10. Airlines mit mehr oder weniger identischen Preise, so dass es beinahe egal ist, mit welcher man genau fliegt. Dennoch gibt es bessere und schlechtere Airlines. Meine Lieblings-Airline ist Hainan Airlines, deren Heimat die tropische Insel und gleichnamige Provinz „Hainan“ ist (so etwas wie das Mallorca der Chinesen und Russen).

Warum ich diese Airline bevorzuge? Ganz einfach: Die Stewardessen servieren Kokosnuss-Saft anstelle von ekligen Tomaten-Saft!!

Alle anderen Bedingungen bei der „Südsee“-Airline (Hǎinán = 海南 = Südsee) sind ebenfalls gut bis sehr gut: Komfort, Beinfreiheit (mehr als bei Air China teilweise), Entertainment und Verpflegung (wobei das für mich bei einem 2 Stunden Flug keine Rolle spielt und manche Airlines nur Snacks, andere eine ganze Mahlzeit servieren).

In 2013 wurde die Stewardessen (und evtl. auch Stewards) der Hainan Airline zu den 10 besten der Welt gekürt.

China Eastern ist auch eine gute Airline, aber Air China ist eher am unteren Ende meines Ratings, entweder weil die Beinfreiheit schlecht ist, das Entertainment-System nicht verstellbar ist (nervig, wenn der Vordermann seinen Sitz stark verstellt) und die Benutzung von Elektronik-Geräten während des Fluges komplett verboten ist (nicht mal im Flugmodus). Alle anderen sind wie erwähnt sehr ähnlich.

Am unteren Ende der: Spring Airlines und AirAsia sind so ähnlich wie RyanAir – während des Fluges werden verschieden Produkte angeboten oder man kann sich etwas zu essen oder trinken kaufen (bei allen anderen gibt es mind. eine Getränk und einen Snack). Immerhin hat man bei beiden standardmäßig einen festen Sitzplatz. Dafür sind die Preise dieser beiden bei Mittelstrecken-Flügen (2-4 Stunden) deutlich besser, z.B. mein Rückflug von Kuala Lumpur nach Shanghai hatte 1/10 des Hinflugs mit Malaysia Airlines gekostet.

Btw: Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals Stewards auf der Strecke Shanghai < --> Beijing gesehen habe…

P.s.: Nachdem ich jetzt wieder geflogen bin, habe ich extra darauf geachtet und tatsächlich einen männlichen Flugbegleiter gesehen (Shanghai Airlines nach Qingdao)!

Bild-Quellen:
Titelbild: Beautiful Sichuan Livery von byeangel unter SA
Hainan Airlines: World’s best flight attendants, 2013 von Yahoo Finance Canada unter CC2.0

Was muss ich bei der Reise nach China beachten?

Was muss ich bei der Reise nach China beachten?
Für alle, die in Zukunft planen, nach China zu reisen (was ich absolut empfehlen kann), habe ich eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Reise-Informationen erstellt. Egal, ob es ein kurzer Urlaub, ein geschäftlicher Termin oder ein langfristiger Aufenthalt zwecks Studium oder Arbeit in China ist, diese Regeln gelten für alle, die nach China reisen wollen.

Nur Festland-China
In erster Linie soll es nun um das so genannte Festland-China gehen, also nicht um Hongkong, Taiwan oder Tibet. Denn für die Reise nach Tibet gelten dabei immer noch ganz besondere Bestimmungen, so darf man bspw. nur ab einer Gruppe von vier Personen dort einreisen und braucht einen „einheimischen Fahrer und Reisebegleiter“, der natürlich noch weitere Funktionen hat.

Das benötigt man für die Reise nach China:

  • Reisepass und Visum
  • Auslands-Krankenversicherung
  • Impfungen
  • Flug
  • Hotel
  • Geld

Diese Punkte werden ich nun kurz im Detail erläutern.

Reisepass und Visum
Bevor man eine Reise nach China bucht, sollte man zuerst seinen Reisepass überprüfen. Denn dieser muss bei Einreise nach China noch mind. 6 Monate gültig sein. Ist er das absehbarerweise nicht, müsst ihr einen neuen beantragen. Erst dann könnt ihr auch ein Visum beantragen. Dieses hat immer 2 Fristen: Zunächst habt ihr eine Frist von 3 Monaten, innerhalb der ihr einreisen dürft. Aus diesem Grund kann man das Visum erst relativ kurz vor dem Antritt der Reise beantragen. Die zweite Frist gibt dann an, wie lange ihr in China bleiben dürft, z.B. 6 Wochen oder 6 Monate.

Auslands-Krankenversicherung
Da China offensichtlich nicht in der EU liegt, muss man als Europäer eine zusätzliche Krankenversicherung für den Aufenthalt in China abschließen. Für einen Kurzaufenthalt bis zu 6 Wochen reicht dabei eine einfache Versicherung, die knapp 10 Euro im Jahr kostet (und auch für andere Reesen genutzt werden kann). Für längerer Aufenthalte gibt es unterschiedliche Stufen, doch die meisten Tarife beginnen so bei 30 Euro im Monat.

Impfungen
Als Reiseimpfung werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut sowie Japanische Enzephalitis und Typhus vom Auswärtigen Amt empfohlen. In den südlichen Provinzen gibt es auch immer mal wieder Fälle von Malaria, hauptsächlich aber eher in den ländlichen Gebieten, in Städten weniger. Je nach dem, wo man sich aufhalten wird, sollte man entsprechende Impfungen vornehmen lassen.

Flug
Flüge gibt es so gut wie von allen größeren Fluggesellschaften, die günstigsten kosten so ca. 600 Euro, wenn man rechtzeitig bucht. Kleiner Tipp: Die Lufthansa fliegt mit dem A380 nach Beijing, aber mit Air China bekommt schon im Flugzeug einen kleinen Vorgeschmack auf China…

Hotel
In den großen Städten (Beijing, Shanghai, Guangzhou, Xi’an, Chongqing, usw.) gibt es Hotels aller Klassen: Von super teuer bis sehr billig ist alles dabei. Auch Hostels für Studenten oder Rucksacktouristen gibt es jede Menge zu sehr guten Preisen. In kleineren Städten gibt es meist auch gute Hotels und ein paar Hostels, da muss man einfach mal schauen. Da das Preisniveau in China noch recht niedrig ist, kann man für jeden Euro dort deutlich mehr Leistung bekommen als hier in Europa. Mal sehen, wie lange das noch so ist… wobei Shanghai mit Abstand die teuerste Stadt ist, gefolgt von den anderen großen Städten. Ansonsten gilt: Je kleiner die Stadt, desto günstiger.

Geld
Am besten ist immer, man tauscht das Geld im Zielland um oder man hebt dort direkt mit einer Visa-Karte Geld in der Zielwährung von seinem Konto ab. Das ist in der Regel kostenlos und dann hat man den besseren Umtauschkurs, als wenn man im Heimatland umtauscht. Und wer keine Visa-Karte hat, der sollte sich schnell so etwas zulegen!

Vor Ort
Ist man im Land der Mitte angekommen, sollte man immer Kopien der wichtigsten Dokumente (Pass, Visum, Versicherung) im Hotel parat haben, falls man unterwegs die Originale verlieren sollte.

Viel Spaß in China! 祝你一路平安!

ps.: Wer noch was wissen will, was ich vergessen habe, bitte Bescheid geben!